Dr. Annika Momkvist-Uzunoğlu

Haarausfall: Wann ist er normal, wann sollten Sie handeln?

Lesedauer: 2 min

Täglicher Haarverlust ist normal. Dauerhaft vermehrter Haarausfall, kahle Stellen, ein sich lichtender Scheitel oder Geheimratsecken sind Gründe für eine Abklärung in meiner Sprechstunde, denn die richtige Therapie hängt vollständig von der Ursache ab.

Welche Formen unterscheide ich?

Am häufigsten ist der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) mit seinem typischen Muster: Geheimratsecken und lichter Oberkopf beim Mann, ein breiter werdender Mittelscheitel bei der Frau. Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) entstehen scharf begrenzte kahle Stellen. Bei der diffusen Form dünnt das Haar gleichmäßig aus; oft steckt ein konkreter Auslöser dahinter.

Welche Ursachen bleiben oft unbemerkt?

Häufig stecken Eisenmangel, Schilddrüsenstörungen, Stress, hormonelle Umstellungen, Medikamente, Infekte oder Crash-Diäten dahinter; vieles davon ist behandelbar.

Wie kläre ich die Ursache ab?

Ich beginne mit einem Gespräch zur Familien- und Krankengeschichte, sehe mir das Ausfallmuster an und untersuche die Kopfhaut bei Bedarf mit dem Auflichtmikroskop; oft gehören Blutwerte dazu.

Was wirkt nachweislich?

Bei erblichem Haarausfall helfen Wirkstoffe wie Minoxidil (äußerlich) und Finasterid, das ich bei Bedarf verordne; je früher die Behandlung beginnt, desto besser lässt sich Bestehendes erhalten. Nahrungsergänzungsmittel mit „Wunderversprechen“ bringen dagegen meist nichts.

Zahlt die Krankenkasse?

Der anlagebedingte Haarausfall gilt nicht als Krankheit. Die Behandlung ist deshalb in der Regel eine Selbstzahlerleistung.

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Allgemeine Dermatologie

Quellen

Patienteninformation des BMG zu anlagebedingtem Haarausfall (gesund.bund.de, geprüft durch die DDG): https://gesund.bund.de/anlagebedingter-haarausfall-beim-mann

Medizinisch geprüft von Dr. med. Annika Momkvist-Uzunoğlu · Stand 23.08.2026